Allium 'Summer Drummer'

Allium 'Summer Drummer'

Allium 'Summer Drummer' – der große Paukenschlag für den Sommer

Als großer Liebhaber von Zierlauch bin ich immer auf der Suche nach Neuem – nach Sorten, die ich noch nicht kenne und unbedingt ausprobieren möchte. Als vor zehn bis fünfzehn Jahren Allium 'Summer Drummer' zum ersten Mal meine Aufmerksamkeit erregte, war ich absolut begeistert. Nicht nur war es etwas Neues, sondern auch eine Sorte, die erst im Hochsommer blüht, wenn die meisten anderen längst vertrocknet sind, und dann noch bis zu 1,50-1,80 Meter hoch wächst! Sofort landete sie auf meiner Bestellliste und wurde gleich im Herbst im Garten gepflanzt. Meine Skepsis, dass ein Zierlauch tatsächlich so hoch wachsen würde, war groß. Der Sommer kam, die Zwiebel wurde größer und größer. Meine Aufregung stieg, als sie tatsächlich Richtung 1,50 Meter wuchs, und dann wuchs sie sogar noch weiter. Ich habe sie nie gemessen, aber sie ragen weit über meinen Kopf hinaus und erreichen oft fast die Zwei-Meter-Grenze. Sehr beachtlich!

Es gibt wenige Zwiebeln, die eine so lange Präsenz im Beet haben wie Allium 'Summer Drummer'. Im Herbst ist ihr Laub schon sichtbar, aber sie blüht erst Ende Juni, Anfang Juli bis August. Danach, wie fast alle Zierlauchsorten, trocknen die Blütenstände und lassen ihre wunderbaren runden Blütenformen weit oberhalb oder zwischen den anderen Stauden und Gräsern tanzen. Der Blütenstiel entwickelt einen leicht rot-violetten Hauch, und ich liebe es zu beobachten, wenn sie dann endlich so weit sind, dass sie ihre Zipfelmützen abwerfen.

Die eigentliche Blüte formt einen perfekten Ball, dicht gepackt mit hunderten kleinen rot-violetten Blütenknospen, die sich sehr blass, fast weiß, öffnen. Wie alle Zierlauchsorten ist auch diese eine sehr beliebte Nektarquelle für viele Insekten.

Trotz all dieser positiven Attribute und der Aufregung habe ich ein Problem mit dieser Pflanze. Solange die alten, getrockneten Staudenstrukturen noch im Beet stehen, ist das Problem nicht so sichtbar. Aber wenn am Ende des Winters die letzten Gräser runtergeschnitten sind und die schokoladenbraunen Blütenstrukturen der letzten Fetthenne weg sind, ist das Staudenbeet erstmal sehr nackt – bis auf einige kleine, eifrige Zwiebelnasen und kurze, grüne Tufts von einigen Stauden. Und dann steht dort, etwas verloren, der Zierlauch, dreißig bis vierzig Zentimeter hoch, oft etwas krumm und schief, wie der letzte Porree im Gemüsegarten, den keiner mehr essen wollte.

Wenn die Temperaturen steigen, fängt das Beet an zu wachsen. Die kleinen Zwiebelnasen werden länger, die ersten Stauden werden größer. So auch der Lauch. Er bleibt immer all seinen Nachbarn zwanzig bis dreißig Zentimeter voraus, nicht ganz gerade, nicht sehr ordentlich. Wenn er nur einen schöneren Austrieb hätte – schönes Laub wie fein gefiederter Fenchel, bläuliche Wiesenraute oder die stolzen, aufrechten Blätter der Schwertlilie – würde es mich nicht halb so sehr stören. Eine Kundin fragte, was die Sputniks im Beet sollen. Offensichtlich bin ich nicht allein mit meinem Problem. Aber spätestens bis Frühsommer bin ich immer wieder völlig versöhnt mit der Pflanze und freue mich auf das große Spektakel.

Seit Jahren bin ich auf der Suche nach passender Begleitung für diese Fremdkörper, damit sie besser in ihre Umgebung integriert werden können. Ganz bin ich noch nicht da, aber die Ideen werden konkreter. Eine Bepflanzung mit winterpräsenten Gräsern wie dem kniehohen, zarten Federgras Stipa tenuissima, der größeren, frühsommerblühenden Stipa gigantea (Strahlhaver) oder dem Reitgras Calamagrostis acutiflora 'Karl Foerster' bietet gute Begleitung im Winter und Frühling, ähnlich wie Halbsträucher wie Lavendel oder Heiligenkraut. Die mediterrane Wolfsmilch Euphorbia characias ssp. wulfenii ist auch ein schöner Partner, ebenso wie früh und schnell wachsende Stauden wie die große Wiesenraute Thalictrum 'Elin' und T. rochebrunianum. Auch als Begleitung von Rosen sind sie wirksam, besonders da sie in der Zeit blühen, in der die Rosen ihre Sommerpause einlegen.

Trotz meiner Probleme ist dieser Zierlauch, der so außergewöhnlich hoch und spät blüht, definitiv ein Plätzchen im Garten wert. Die größeren Mengen der preiswerteren Sorten wie 'Purple Sensation' oder Allium aflatunense sind immer so schnell verblüht und machen mich jedes Mal etwas traurig, dass die Show zu schnell vorbei ist. Aber sie ist dann noch nicht vorbei, weil einige besondere Sorten, wie diese 'Summer Drummer', erst noch anfangen müssen.

Sie gehört auf Ihre Bestellliste für diesen Herbst und verdient es, schnell gepflanzt zu werden, damit sie gleich loslegen kann – allerdings mit der richtigen Begleitung!

Isabelle Van Groeningen
14. Juni 2024

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