Mispel Saison

Mispel Saison

Mispel-Saison

Zu dieser Jahreszeit kann ich mich nicht davon abhalten, nach Dekorationsmaterial an Bäumen und Sträuchern zu suchen. Ich stelle gerne attraktives Laub, Früchte und Nüsse, Beeren, Trockenblumen und Samenstände zusammen, um das Haus zu schmücken. Es gibt nichts Schöneres, als von einem hübschen Türkranz, ein paar architektonischen Zweigen in einer Vase oder einer saisonalen Tischdekoration begrüßt zu werden.  Außerdem halte ich die Augen auch schon offen nach Material für die bevorstehende Adventszeit. Schon oft wurde ich in letzter Minute enttäuscht, weil der besonders schöne Stechpalmenstrauch mit den fröhlichen roten Beeren von den Vögeln ausgeräubert wurde, Tage bevor ich meine Zweige schneiden wollte. Daher ist es immer gut eventuell ein Plan B im Hinterkopf zu behalten!

Ich nehme mir gerne die Zeit, um genau zu beobachten, was die Pflanzen zu bieten haben. Heute haben wir einige Äste des Mispelbaums geschnitten. Das Laub färbt sich gerade erst gelb, aber wenn man die Blätter abstreift und nur die kahle Struktur der Äste und die rostroten kleinen runden Früchte übrig lässt, haben sie einen großen dekorativen Wert.

Dieser kleine fruchttragende Baum gehört zur Familie der Rosengewächse und ist daher mit vielen unserer wertvollen Obstbäume verwandt. Botanisch ist er eng mit Crataegus oder Weißdorn verwandt. Es handelt sich um eine etwas altmodische Pflanze, die nur noch wenige Menschen anbauen, aber ich liebe ihre breit ausladende Krone und ihre attraktive große Blüte im Frühjahr. Die einzelnen Blüten erscheinen um den Mai herum und können bis zu 5 cm groß sein, weiß bis zartrosa. Die Blätter haben eine angenehm weiche, filzartige Textur.

Sein botanischer Name ist etwas irreführend: Mespilus germanica ist monotypisch, das heißt, es gibt nur eine Art, die zu dieser Gattung gehört. Obwohl er in Deutschland wild vorkommt, liegt sein Ursprung in Westasien. Da er bereits seit der griechischen Antike kultiviert wird und auch von den Römern geschätzt wurde, hat er sich eingebürgert und in einem sehr großen Gebiet etabliert. In Südeuropa ermöglichen die heißen Sommertemperaturen und die langen, milden Herbste eine natürliche Reifung der Früchte am Baum. In Nordeuropa ist die Vegetationsperiode meist zu kurz, so dass die Früchte erst nach dem ersten Frost verzehrt werden können, der sie aufweicht. Solange sie noch hart sind, enthalten sie Gerbstoffe, die sich erst im Laufe des Reifeprozesses abbauen, während der Zuckergehalt steigt. Erst wenn sich die Frucht weich anfühlt und die Schale faltig wird, kann man sie essen. Viele Menschen denken, dass sie dann schon faul sind, was aber nicht der Fall ist.

Wenn Sie die Früchte nicht ernten, werden Ihre Gartenbewohner sich um sie kümmern. Sobald sie auf den Boden gefallen sind, werden sie von Vögeln und anderen Tieren wie Füchsen, Eichhörnchen aber auch Wildschweinen gefressen.

Obwohl man die Früchte roh essen kann, ziehe ich es vor, sie gekocht zu verzehren. Das fruchtige Aroma passt gut zu Wildgerichten. Ich finde die Marmelade eher körnig und unangenehm texturiert, daher empfehle ich, Gelee zu machen. Der Vorteil ist, dass man die ganzen Früchte in den Entsafter geben und sie dämpfen kann, um den Saft zu gewinnen.

In diesem Jahr scheinen die Früchte besonders klein zu sein, was zweifellos auf die Trockenheit zurückzuführen ist. Anstatt also zu warten, bis die Früchte reif und genießbar werden, sind sie ein sehr geschätztes dekoratives Element.

Haben Sie sich von dieser alten, traditionellen Frucht verführen lassen? Dann denken Sie daran, dass dies die beste Zeit ist, um sie zu pflanzen!

Isabelle Van Groeningen

11. November 2022

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